בקוסמוס התורה היטומי הכלה

Die Bedeutung der Symbole Winkelmaß und Zirkel

Fu Xi mit seiner Frau und Winkelmaß und Zirkel.
Fu Xi mit seiner Frau und Winkelmaß und Zirkel.

Winkelmaß und Zirkel sind eine Symbolkombination die schon im alten China, mindestens ca. 200 v. Chr. Bedeutung hatte. Bekannt sind die beiden Symbole aber aus der Freimaurerei. Und irgendwie haben sie auch ihren Weg in den Torakosmos gefunden, für ein Konzept stehend, das lange Zeit verschlüsselt in der Tora war, die Zeiten überdauernd.

  1. China
  2. Freimaurer
  3. Kabbalah
    1. Gematrie
    2. Torakosmos
      1. Winkelmaß
      2. Zirkel
  4. Fazit
  5. Weblinks
  6. Einzelnachweise

China

Rechts abgebildet sind Fu Xi, der 2800 v. Chr. gelebt haben soll, und seine Frau Nü Gua. Die beiden waren nach der Legende die Urahnen der Chinesen und können als Parallele zu Adam und Eva gesehen werden. Fu Xi und Nü Gua halten Winkelmaß und Zirkel über Kopf. Vermutlich soll damit die hohe Bedeutung der Symbole betont werden.

Die verbundenen Punkte im Hintergrund könnten Energiezentren und -bahnen darstellen, ähnlich den Chakren.

Nicht im Bildausschnitt sichtbar sind die Drachenschlangen-Unterkörper der beiden Personen.

Während auf Chinesisch der rechte Winkel Pflichterfüllung und Rechtschaffenheit bedeutet und das Quadrat irdische Prinzipien darstellt, werden letztere durch den Zirkel, der einen Kreis und damit das chinesische Symbol des Himmels beschreibt, um himmlische Eigenschaften ergänzt.

Freimaurer

Winkelmaß und Zirkel Symbolik.
Winkelmaß und Zirkel Symbolik.

Die Winkelmaß- und Zirkel-Idee dient dem Hauptziel der Freimaurer, welche sich von ihr inspirativ leiten lassen: Das Ziel ist die Veredelung der eigenen Persönlichkeit.

Die Leitgedanken dabei sind: Ein rechtschaffener Lebensstil, Ethik und Moral, und Loyalität zum menschlichen Gesetz und zu guten Prinzipien des sozialen Miteinanders. Der starre rechte Winkel wird dabei aber durch den flexiblen Zirkel aufgelockert, mit dem der Mensch bestimmt in welchem Umfang er solche Regeln und bestimmte Regeln der Brüderlichkeit für sich selber umsetzt, so dass er sich bei aller Sittlichkeit noch frei entfalten kann.

Es ist z.B. für einen Menschen gut, einem anderen zum Geburtstag zu gratulieren, er kann das aber nicht für jeden Menschen tun und muss seine Beziehungen unterschiedlich definieren. Der Mensch nutzt den Zirkel um sich für die Anwendung bestimmter Regeln zu öffnen oder davon abzugrenzen. Die Feineinstellungen des Zirkels bestimmen z.B., wer zu einem Kreis bestimmter Personen gehört und wer nicht.

Darüber hinaus sind die Interpretation und Anwendungen der Symbole individuell definierbar.

Kabbalah

Winkelmaß und Zirkel sind in der Kabbalah eher unbekannt. Daher ist dies hier eine erste Einführung in das Thema, kabbalistisch betrachtet.

Gematrie

Hebräisch ergibt die Summe der Worte „rechter Winkel“ זוית ישרה und „Zirkel“ מחוגה zusammen 1000, und zwar als äußerer Wert und auch als verborgener Wert.

Dieses „innen wie außen“ heißt: Das tiefste Wesen des Menschen ist identisch mit dem Grund äußerer Wirkungen. Jetzt erkennt sich der Mensch vollkommen in der Welt und sieht klar wie er durch seine eigenen Ur-Ideen die Realität gestaltet. Das erinnert auch an das Tat Tvam Asi (das bist Du) aus dem vedantischen Hinduismus.

Die Zahl 1000 nennt sich hebräisch Elef אלף und wird genauso geschrieben wie der Buchstaben Alef, der den Zahlwert 1 hat und sich damit auf die Krone (Kether) des Lebensbaums bezieht, die erste Sefira.

Es gibt eine Ähnlichkeit im Hinduismus: 1000 bezieht sich dort auf das Kronenchakra, das als 1000-Blättriger Lotos gedacht wird.

1000 ist auch die Gematrie des Tzitz ציץ, die goldene Blume[1] des heiligen Diadems im Zentralen Vers der Tora, Levitikus 8,9: „Und er setzte den Kopfbund auf sein Haupt und setzte an den Kopfbund, an seine Vorderseite, das [blumenförmige] Stirnblatt aus Gold, das heilige Diadem, ganz wie Jahwe dem Mose geboten hatte.“

Torakosmos

Winkelmaß und Zirkel sind als geistige Werkzeuge in die Tora chiffriert. Die mystische Versenkung in Symbole, um ihren persönlichen oder auch allgemeinen Sinn zu entdecken, ist gängige kabbalistische Praxis.

Mit dem Torakosmos gibt es nun diese archetypischen Urbilder in Klarheit. Sie stammen gewissermaßen aus dem kollektiven Unterbewusstsein, dem Speicher unserer Vorfahren, der durch die geheimen Ebenen der Tora gegeben ist.

Winkelmaß

Zeichnet man die waagerechte und die senkrechte Linie (rechts oben) über die Punkte hinaus (links unten), erhält man 3:4:5 (rechts unten).
Zeichnet man die waagerechte und die senkrechte Linie (rechts oben) über die Punkte hinaus (links unten), erhält man 3:4:5 (rechts unten).

Das Punktemuster für den rechten Winkel kann aus der Zahl 867 errechnet werden. Es deutet zugleich auch den Satz des Pythagoras an. Diesen erreicht man, indem man die waagrecht und die senkrechte Linie über die gegebenen Punkte hinaus zeichnet. Darauf muss man erstmal kommen.

Es ist nicht enthalten, wie dieses Symbol hier zu deuten ist. Aber es gehört Hod, der intellektuellen Sefira. Hod bildet den Gegenpart zur emotionalen Sefira Netzach. Hod kanalisiert (leitet) die Emotionen gemäß diverser richtiger Regeln. Ohne Hod würde sich das Strebensgefühl zerstreuen. Mit Hod gibt es Ziele und Ordnung.

Hod ist das Zentrum der Selbstreflektion. Nur wenn Licht im rechten Winkel auf eine Oberfläche trifft, wird es zu seiner Quelle zurück reflektiert und kann von dort aus gesehen werden.

Zirkel

Mit einem Zirkel (oben rechts) kann man Kreise machen. So entstehen die Planetenbahnen.
Mit einem Zirkel (oben rechts) kann man Kreise machen. So entstehen die Planetenbahnen.

Der Zirkel kann in dem Punktemuster aus der Zahl 231 erkannt werden. Hier muss man allerdings noch drauf kommen, mit diesem Zirkel Kreise in das Muster zu beschreiben. Diese Kreise stellen Planetenbahnen dar und die Punkte die Planeten, zu der Stellung welche als Stern von Bethlehem gilt.

Dieses Symbol ist ein „Güte-Siegel“, denn es steht für die Chesed, der göttlichen Gunst und Gnade. Chesed steht für viele Möglichkeiten Sinn und Ordnung herzustellen, allerdings ein größerer Sinn als der welcher durch Hod (rechter Winkel) gegeben ist. Ohne Chesed würde Hod seine Regeln nur zu ihrem Selbstzweck umsetzen, mit Chesed werden sie in den größeren Kontext eingebettet, mitunter eben so, wie sie für einen wirklich Sinn machen.

Fazit

Der Mensch erfüllt zugleich den Kreis und das Quadrat.
Der Mensch erfüllt zugleich den Kreis und das Quadrat.

Allgemein kann man sagen, dass das Winkelmaß erforderliche irdische Regeln beschreibt (was ist zu tun wenn ...) und der Zirkel die auflockernde geistige Freiheit darüber, wie diese Regeln gesehen werden können, oder wie und wo sie anzuwenden sind.

Daraus ergibt sich, bei Rücksicht auf das Notwendige und dem ordentlichem Gebrauch des Möglichen, das wahre und ganze Maß des Menschen. Denn der Mensch ist ursprünglich nach diesem Maß geformt und es ist seine Bestimmung so zu sein.

Leonardo da Vinci hat seine berühmte Skizze des Menschen nach einer Schrift des antiken Baumeisters Vitruvius (1. Jh. v. Chr.) angefertigt, in welcher Vitruvius die These äußert, der aufrecht stehende Mensch füge sich sowohl in die geometrische Form des Quadrates wie auch in die des Kreises ein.

Mit den hier vorgestellten Bedeutungen der Symbole sind deren Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Im Grunde ist hier nur die Auffassung des Verfassers dargelegt.

Es kommt überhaupt bei allen Symbolen darauf an, was jemand durch die Beschäftigung mit ihnen für sich persönlich daraus macht und welche Beziehungen er zu ihnen auf baut.

Die Torakosmos-Symbole sind archetypisch, das heißt sie sind Urformen, und es besteht intellektuell und emotional eine maßgebliche natürliche und angeborene Resonanz mit ihnen. Die Torakosmos-Symbole und ihre Ableitungen sind daher besonders essentiell und effektiv und der Mensch kann durch sie wegen ihrer Einfachkeit auf simpelste Art ein Weltverstehen erhalten und sich auch selber einschätzen und definieren.

Einzelnachweise

  1. Goldene Blume im hebräischen Text