בקוסמוס התורה היטומי הכלה

Schöpfung und Korrektur der Welt

Die Erklärung der Schöpfung und Korrektur der Welt ist das Zentrale Thema der Kabbalah. Und das sind zwei Fragen, deren Beachtung gleichermaßen wichtig ist. Die jüdische Kabbalah macht eine Unterscheidung zwischen mehreren nicht vollkommen geglückten Phasen der Schöpfung, sowie der Korrekturphase, in der wir uns jetzt befinden.

Erklärungen zu diesem Thema gibt es viele, von denen die meisten mittels metaphysischer Spekulationen zu anderen Dimensionen und höheren Welten nicht auf dem Boden des begreifbaren bleiben. Daher sei hier versucht, es in „geerdeter“ Version wiederzugeben.

  1. Adam Kadmon und die vier Phasen
  2. Schöpfungsphasen in der Bibel
    1. asah
    2. bara
    3. jatzer
    4. banah
  3. AGS' Meinung
  4. Korrektur der Schöpfung
    1. Gevurah
    2. Linke Säule
  5. Von der Idee zur Tatsache
    1. Assoziation und Konstruktion
    2. Weg durch die Sefirot
    3. Aufgabe der beiden Säulen
  6. Schöpfung und Korrektur im Gleichgewicht
    1. Mängel und Reichlichkeit
    2. Stetige Korrektur
    3. Der Ausgleich
  7. Siehe auch

Adam Kadmon und die vier Phasen

Der ursprüngliche Mensch (Adam Kadmon frei nach Luria), so wie er gedacht ist, verkörpert eine Idee, bzw hat die Absicht, etwas zu tun oder zu machen. Dies nennt man die Erhabenheit Atziluth, weil der ursprüngliche Wille über allem steht. Gleichsam sammelt er daraufhin assoziativ alles was ihm zu dieser Idee ein fällt und erwirkt daraus einen Plan, genannt die Schöpfung Briah. Ist dieser gefasst, geht er daran, ebenso konstruktiv wie kritisch das Material zu bearbeiten und Teile zusammen zu setzen: Die Formung Jetzira. Ist diese vollbracht, spricht man von der Tat Assiah, in der die ursprüngliche Handlungsabsicht ausgeführt ist.

Isaak Luria nahm an, dass es auf diesem Weg in der Phase der Formung Probleme gegeben hat und beschrieb diesen Mangel in mystischen Worten, deren Bedeutung in etwa lautet: Der Plan war zu undeutlich, das Material war spröde, die Bearbeitung nicht fein genug und dergleichen.

Schöpfungsphasen in der Bibel

Das biblische Schöpfungsgeschehen ist mit dem kabbalistischen durchaus vergleichbar.

In den Kapiteln 1 und 2 der Genesis werden vier Worte für die Schöpfung des Menschen gebraucht, in dieser Reihenfolge: 1. „asah“, 2. „bara“, 3. „yatzer“, 4. „banah“. Diesen geht aber noch, nicht direkt auf den Menschen bezogen, sondern auf das Licht, das Wort „jehi“ voran, das ''werden'' bedeutet.

Im Bibelhebräischen gibt es bei Verben (Tunwörtern) keine Zeitformen die nicht rein aus dem Kontext hervor gehen, so dass das „jehi“ in selber Schreibweise ebenso auch wurde oder wird ausdrücken kann. Bestes Beispiel ist das damit verwandte Wort JHVH, das bedeutet: „Das was war, ist, und sein wird“.

asah

Das „asah“ bedeutet ganz allgemein tun oder machen, so wie da wo Gott seine Absicht äußert: „Lasst uns Menschen machen“. Asah ist verwandt mit Assiah, der abgeschlossenen Handlung. Gott nimmt durch seinen Beschluss den Menschen zu ''machen'' dessen Schöpfung und Formung gedanklich vorweg.

bara

Dieses Wort wird nur in Zusammenhang mit Gott als Akteur verwendet. Es heißt ''schaffen'' und ist verwandt mit dem Wort Beriah, der Schöpfung. Es wird in Genesis 1 verwendet, nachdem Gott es beschlossen hat, wo er den Menschen nach seinem Bilde ''schafft''. Dieses Bild ist das, was Gott gedanklich vorweg genommen hat.

jatzer

Jatzer ist verwandt mit Jetzira und bedeutet ''formen''. Es wird erst in Genesis 2 verwendet, wo Gott den Menschen aus Erde ''formt''.

banah

Das vierte Wort heißt bauen, so wie auch ein Haus zum Beispiel gebaut wird, und wird verwendet wo Gott Eva aus der Seite Adams baut. Jatzer und banah bedeuten ganz klar die Herstellung von etwas aus etwas schon vorhandenem.

AGS' Meinung

AGS meint, die Schöpfung ist niemals abgeschlossen, findet jetzt statt. Und die Welt kommt dabei ständig durcheinander, wie im zweiten Vers der Genesis gelehrt wird „Und die Erde war wüst und leer“. AGS liest dort statt dem „war“ auch ein „ist“ oder „wird sein“, weil die Zeitformen im biblischen Hebräisch locker gefasst sind, und sich höchstens aus dem Kontext ergeben. Die Korrektur kann und muss daher stetig in der Gegenwart versucht werden.

AGS sieht die Ansicht, dass das finite Ziel der Korrektur der Welt irgendwann erreicht sei, als unrealistisch/illusorisch an. Vielmehr könne das Ziel aller kabbalistischer Bemühungen, die Erfahrung der Unsterblichkeit der Seele, jederzeit im Jetzt stattfinden.

Korrektur der Schöpfung

Gevurah

Korrektur sei nach AGS die Aufgabe der oft missverstandenen Sefira Gevurah, für die auch der Titel „Furcht“ (Pachad) überliefert ist. Gevurah wird in der Hermetik auch mit Bezug zum Gott Ares der griechischen Mythologie gesehen, dessen beiden Söhne und Begleiter Angst (Phobos) und Schrecken (Deimos) heißen.

Gevurah heißt Stärke, und ein anderer Titel dieser Sefira ist „Urteil“ (Din). Um die Funktion von Gevurah zu verstehen, denke man an ganz alltägliche Dinge wie z.B. ein Gespräch, in dem Gevurah den Kritiker oder die Kritik repräsentiert. Oder man denke, dass Gevurah die „Schnitzer“ in der Formung aussortiert.

Linke Säule

Gevurah sitzt im Baum des Lebens auf der linken Säule. Diese wird allgemein die Säule der Strenge genannt, gegenüber der Säule der Gnade auf der rechten Seite. Nach AGS drücken diese Bezeichnungen aus, dass die rechten Sefirot Chokmah, Chesed und Netzach bejahend arbeiten, und die linken Sefirot Binah, Gevurah und Hod verneinend. Rechts gibt es viele Möglichkeiten, links findet eine Auslese statt. Durch die Auslese wird der Wille gestärkt, weil er dadurch konzentriert wird.

Von der Idee zur Tatsache

Es folgt der Weg einer Idee von ihrem ersten Erscheinen bis zu ihrer Realisation. Um diese Beschreibung zu verstehen muss man wissen, wie AGS zwischen Assoziation und Konstruktion unterscheidet.

Assoziation und Konstruktion

Eine Konstruktion sind zwei oder mehr Ideen, die nicht durch reine Assoziation miteinander verknüpft sind. Assoziation baut auf Ähnlickkeit. So liegen beispielsweise Tanne und Fichte einander nahe, sind im Grunde eine Idee in zwei Variationen. Auch Busch und Strauch liegen einander nahe, können durch Assoziation erreicht werden. Und auch Schwarz und Weiß sind naheliegend. Nicht aber Baum und Haus! Baumhaus ist eine Konstruktion. Baum und Haus haben ursprünglich nichts miteinander zu tun. Lebensbaum ist auch eine Konstruktion. Und auch Winkeladvokat ist eine, als schönes Beispiel.

Weg durch die Sefirot

AGS sieht Binah und Chokmah als Kreis (weiblich) und Linie (männlich). Während in Chokmah viele Linien in Form von Lichtstrahlen von Funken aus Kether erscheinen, das sollen erste Ideen in Form von Assoziationen sein (eine Linie sind zwei verknüpfte Punkte), findet in Binah eine Auswahl einer bestimmten Idee statt.

Und Binah liefert dann bestimmte Auswahlen an Chesed weiter, wo sie dann weiter zusammengesetzt (konstruiert) werden, zB Baum und Haus zu Baumhaus. Gevurah prüft dabei die Qualität der Konstruktion durch konstruktive Kritik, sortiert zB Baum-Schaum aus, die zwar ähnlich klingen, aber nicht sinnvoll sind, so dass in Tiferet, der Sefira der Mitte, schließlich eine ideale Konstruktion erscheint.

Netzach strebt nach solchen Idealen, während Hod dieses Streben in eine bestimmte Richtung lenken kann.

Aufgabe der beiden Säulen

Die Sefirot der linken „Säule der Strenge“ sieht AGS als einschränkend, und die rechten der „Säule der Gnade“ als Vielfalt gewährend. Rechts wiederholt sich von Chokmah über Chesed bis Netzach die Vielheit der Ideen, der Konstrukte und der möglichen Richtungen, während sich links das Prinzip der Auswahl wiederholt: Binah eine Idee von vielen, Gevurah eine Konstruktion von vielen, und Hod eine Richtung von vielen.

Dabei sollen rechts und links immer zusammenarbeiten. Zu viel Rechts äußert sich in Unentschlossenheit bei zu vielen Möglichkeiten und zu viel Links Bremst den Willen zu sehr aus.

Chokmah ist voller Assoziationen. Chesed voller Konstruktionen und Netzach voller Interessen. Gevurah erkennt, dass z.B. Baumbusch oder Baumhammer keinen Sinn ergibt und sortiert es aus. Hod hilft Netzach dabei, sich auf bestimmte Ideale zu konzentrieren. Denn Ideal kann alles sein, was Chesed konstruiert und was Gevurah durchgehen lässt. Verwirklicht und benötigt werden aber nur wenige davon.

Ganz vereinfacht: Gnade heißt Ja, und Strenge heißt Nein. Die Strenge und damit auch Gevurah ist richtig am Platz so man Nein sagt. Die Korrektur ist ebensowenig abgeschlossen wie die Schöpfung. Der Mensch schöpft und korrigiert ständig, um am Ideal dran zu bleiben. Es ist wie ein Gespräch. Einer hat eine Idee und ein anderer sagt dazu seine Meinung.

Schöpfung und Korrektur im Gleichgewicht

Mängel und Reichlichkeit

Alle Sefirot werden in potentieller Reichlichkeit geschaffen. Das heißt, sie sind dazu Fähig, nach ihrer jeweiligen Art ohne Mängel zu sein.

Es gibt keine schlechte oder böse Sefira. Wenn es so scheint, ist das immer nur ein Zustand an Mangel von Gutem. Und zu viel Gutes ist eigentlich ein Mangel an etwas anderem.

Es kann kein „zu viel“ an Liebe geben. Liebe entsteht erst dort, wo die Sefirot ausgeglichen oder im Einklang sind. Keine Sefira erreicht ihr Ideal ohne die Ausgewogenheit mit anderen Sefirot. Und es kann kein „zu viel“ von diesem Ideal geben, nur einen Mangel daran, genauso wie ein Kreis zwar weniger rund sein kann als rund, aber nie runder als rund.

Man sollte allerdings auch nicht überbetonen, dass ein Kreis rund ist, das liegt dann aber nicht am Kreis selbst. Wenn ein Kreis zu sehr rund erscheint, dann liegt das in einem Mangel an anderer Stelle begründet.

Stetige Korrektur

Wenn man an nimmt, dass die Korrektur der Schöpfung von Gevurah und der linken Säule aus geht, erscheint unter der Vorstellung, dass die Korrektur der Welt irgendwann abgeschlossen sei, Gevurah und die ganze linke Säule dann als nutztlos geworden. Die Korrektur ist aber nicht abgeschlossen, sie findet so wie die Schöpfung jetzt und immer statt.

Nach dem Sinn von Gevurah zu fragen ist wie zu denken, dass das Herz seinen Zweck erfüllt hätte, wenn es den Körper mit Blut vollgepumpt hat.

Vollständige Korrektur bedeutet, dass die Sefirot aufeinander eingestimmt sind. Aber ein Chor hört auch nicht auf zu singen wenn er eine Harmonie erreicht hat. Und ein Orchester hört nicht auf zu spielen wenn es mit dem Dirigenten im Gleichtakt ist. Dennoch sind der Dirigent und die Musiker eigenständig und könnten theoretisch jederzeit voneinander abweichen.

Das macht das Spiel erst spannend. Widerspruch ist immer wichtig. Wir alle haben unsere Vorstellungen, unsere Meinungen, unsere Weltbilder, unsere Positionen. Es prallt These auf Antithese und ermöglicht damit vielleicht etwas Neues und eine Synthese.

Im Gespräch arbeitet man mit Gevurah. Erst kommt die Konstruktion von Ideen (Chesed) und dann kommt die Verwerfung über andere Ideen (Gevurah). Chesed will sich selbst erhalten und kommt von sich nicht los, aber genau das wird von Gevurah in Frage gestellt.

Der Ausgleich

Man nimmt an, dass die linke und die rechte Säule gegensätzlich oder gar widersprüchlich wären, und die mittlere Säule augleichend. Dem ist nicht so. Die linke und die rechte Säule müssen sich nicht dauernd spiegeln sondern sind nur unterschiedlich und stellen eigenständige Qualitäten dar, deren Bezug zueinander als Zusammenwirken bezeichnet werden kann.

Und die mittlere Säule ist nicht der Inbegriff des Ausgleichs. Der Ausgleich ist überall, findet auch jenseits der mittleren Säule statt. Immer dort, wo zwei oder mehr Sefirot in Beziehung sind.

Tiferet, das heißt Schönheit als Zentrum der mittleren Säule und Zentrum des ganzen Menschen hat etwas mit dem Ideal zu tun. Aber dieses kann nur so schön sein, wie Chesed und Gevurah es fabrizieren.

Für sich allein betrachtet erscheint nicht nur Tiferet, sondern jede Sefira als perfekt und „hat immer absolut recht“. Erst durch den Bezug zu anderen Sefirot wird dieses relativiert, in Frage gestellt und damit entwicklungsfähig.

Wenn Tiferet ein Ideal ist, wie kann dieses besser sein als der jeweilige Geist der sich das vorstellt? Tiferet wird manchmal als der Christus unter den Sefirot gesehen aber dieses Bild ist in vielen Köpfen auf ganz unterschiedliche Weise.

Eine Sefira erscheint immer nur so lange als perfekt, bis man eine andere kennt. Daher rührt es, wenn Menschen das Andere nicht wahr haben wollen. Der Mensch braucht sich davon aber nicht verunsichern lassen, sondern kann daraus die Möglichkeit zur Entwicklung schöpfen.

Materialisten leugnen nicht das Geistige. Sie denken nur, dass das sichtbare Bewusstsein das einzige ist, was es geistig gibt. Tiferet ist für sie das Licht und die scheinende Laterne und in das Dunkel schauen sie selten.

Siehe auch