בקוסמוס התורה היטומי הכלה

Die Sefira Netzach

Netzach Muster aus der 678
Netzach Muster aus der 678

Der Große Wagen passt bis auf einen Punkt. Dieser ist gewissermaßen ver-rückt und stört manch einem sein logisches Empfinden.
Der Große Wagen passt bis auf einen Punkt. Dieser ist gewissermaßen ver-rückt und stört manch einem sein logisches Empfinden.

Im Gegensatz zur vollkommen logischen Sefira Hod dreht es sich bei Netzach hier um Irrationalität, Intuition und Gefühl.

Fast alle Punkte des Musters von Netzach, frisch aus der Hitomi-Formel, decken sich mit Sternen im „großen Wagen“ oder liegen auf dessen üblichen Verbindungslinien. Aber ein Punkt liegt sprichwörtlich „total daneben“, tanzt aus der Reihe, ist ver-rückt.

Ein Wagen drückt hauptsächlich Mobilität (lat. mobilis = beweglich) und Bewegung aus. Damit ist hier die E-motion (engl. motion = Bewegung) gemeint. Man spricht auch von Gefühls-Regungen oder -Bewegungen. Auch zu tun hat Netzach mit Motivation (von lat. movere = bewegen, antreiben).

Es ist die Aufgabe des Intellekts (Hod) den ver-rückten Punkt zu korrigieren. Der verständige Mensch korrigiert dabei aber gerne gleich den ganzen Wagen weg, was nicht gut ist. Das heißt konkret, der logische Verstand und die Emotionen sollen einander dienen. Der Wagen fährt, braucht aber einen Lenker, sonst zerstreut sich die antreibende Kraft irgendwohin. Umgekehrt ist ein Lenker ohne Wagen immobil, man könnte sagen „fest-gefahren“.

  1. Sieg und Ewigkeit
  2. Mythos
  3. Kabbalah als Fahrzeug
  4. Kether lenkt den Wagen
    1. Weitere Zahlenbeziehungen
  5. Finale
  6. Einzelnachweise

Sieg und Ewigkeit

Die Gematrie bestätigt, dass der Große Wagen wirklich in dem Muster aus der Zahl 678 enthalten ist. Denn 678 ist Gematrie von Merkaba מרכבתיו (Exodus 14,25) dem Siegeswagen. Und das passt zu Netzach, denn Netzach bedeutet Sieg. Und dieser Sieg ist die Er-fahr-ung von Emotion. Das z.B. beim Erreichen eines Zieles, wo das Ziel war diese Emotion zu erleben.

Netzach bedeutet auch Ewigkeit, im Sinne von sich endlos drehen. Auch das ist im Großen Wagen dargestellt, denn er fährt binnen 24 Stunden einmal um den Himmelsnordpol. Außerdem sinkt er aus unserer Sicht, und auch aus der Sicht der Sumerer, Ägypter und Skandinavier, das Jahr über nie unter den Horizont. Er besteht aus sog. zirkumpolaren Sternen. Auch hier ist die Idee eines Sieges oder Triumpfes (über den Untergang) nochmal ausgearbeitet. Der Wagen fährt gewissermaßen ewig.

Und hier kommt wieder die Hilfe durch Hod, den intellektuellen Lenker hinzu, denn sonst fährt der Wagen im Kreis. Der Lenker ist, der seine Emotionen ausrichtet auf ein bestimmtes Ziel hin. Und dass der Lenker im Wagen sitzt, sieht man an dem kleinen rechten Winkel in der Mitte des Musters, der das Torakosmos-Symbol von Hod ist.

Mythos

Das Sinnbild es (großen) Wagens ist in einigen unserer Mythen und Überlieferungen verankert. Hier ein paar Beispiele.

In der nordischen Mythologie gehörte ein Wagen der Göttin Freya und wurde von zwei Katzen gezogen. Freya, sie ähnelt von ihrer Bedeutung her unserer Venus, wird von Kabbalisten der siebten Sefira Netzach zugeordnet. Und heute sehen wir auf der siebten Tarotkarte der populärsten Edition (Rider-Waite), die den Titel „Der Wagen“ trägt, dass dort ein Wagen von zwei Sphinxen gezogen wird[1]. Das sind Wesen mit Menschenköpfen und Löwenkörpern (sog. Großkatzen[2]).

Venus verkörpert den Lockvogel unter den Göttern, etwas, das zu erreichen sich scheinbar lohnt. Etwas anziehendes und begeisterndes. Der Intellekt (Hod) hilft hierbei, da er Mitsprache hat, zu entscheiden was nun wirklich erfahrens- und erstrebenswert ist. Man nehme bei der Lekung gerade soviel davon wie nötig ist, damit die Begeisterung erhalten bleibt.

Über Freya wird gesagt, dass sie über den Zyklus über Leben und Tod wacht. Auch hier ist enthalten, dass der große Wagen nicht unter geht.

Im alten Ägypten war die Sternengruppe die wir heute Wagen nennen bekannt als das Bein eines Stieres, und er ist der einzige zirkumpolare Asterismus den man bisher von den alten Ägyptern sicher kennt. Er hatte mit Seth zu tun, der die Leiter hielt, über welche die Seelen der Toten zum Himmel auf stiegen und zu den übrigen Zirkumpolarsternen wurden. Diese übrigen Sterne gehörten zwar zu keiner Anordnung, aber gehen ebenso wie der Große Wagen nie unter, so dass die Seelen in ihnen dauernden Bestand haben. Die Leiter welche Seth hielt ist vergleichbar mit jener Leiter aus Jakobs Traum (Gen. 28,11-17), auf der Engel zum Himmel hinauf und wieder herunter steigen.

Ein ultimatives Gefährt taucht in der Esoterik als Merkaba und im Sanskrit als Vimana auf. In der Bibel erscheint es auch als der fliegende Thron in Hesekiels Vision. Manche halten es für ein vorgeschichtliches Himmelsfahrzeug oder gar Ufo, andere für den „Astralkörper“ des Menschen (von lat. Astra: Sterne) und sicher noch für viel mehr.

Kabbalah als Fahrzeug

Vergleichbar wie im Buddhismus seine beiden Wege als Fahrzeuge bezeichnet werden, gibt es auch im Torakosmos eine solche Beziehung: Das Wort Kabbalah קבלה hat den vollen Wert 678, genau die Zahl aus der sich das Großer-Wagen-Muster errechnet.

Nun ist das „Große Fahrzeug“, das buddhistische „Maha Yana“ dann gegeben, wenn der Fahrer Leiderlösung für Alle wünscht[3] (und danach handelt). Das entspricht in der Kabbalah dem Tikkun Olam, der Reparatur der Welt, an der der einzelne Mensch maßgeblich beteiligt ist.

Kümmert er sich eher um seine eigene Erlösung, fährt er mit dem „Hina Yana“, dem „kleinen Fahrzeug“ (es gibt auch das Sternbild des kleinen Wagens).

Kabbalah durch den Tikkun voll zu entfalten, bedeutet, mit dem großen Fahrzeug zu fahren.

„Der Wagen, der groß ist“, Ha Agalah Ha Gadol העגלה הגדול hat außerdem den vollen Wert 888, entpschrechend dem vollen Wert von משיח Maschiach (Messias) und dem Isopsephie-Wert des Namens Jesus Ιησους. Jesus wird zum Messias, weil er mit dem großen Wagen fährt. Und das bedeutet, mit einer vollkommenen Kabbalah.

Kether lenkt den Wagen

„Wagenlenker“, hebräisch Rachav רכב, hat den Zahlwert 1022 (voller Wert), genauso wie „Die Krone“, Ha Kether הכתר (ebenfalls voller Wert).

Weitere Zahlenbeziehungen

Maschiach ist im normalen Wert eine 358, so wie auch „der Wagenlenker und der Narr“ Ha Rachav ve Ha Kessil הרכב והכסיל oder auch „Schlange“ Nachasch נחש. Der Narr ist in der hebräischen astro-mythologie der Orion, dessen Hitomi-Muster aus der 656 besteht. Und 656 wiederum ist Isopsephie von Μεσσιας Messias.

Finale

Netzach ist, das gilt es zu erkennen, eine Ergänzung zum Intellekt, ist der größere Kontext in dem er sich befindet, ist die Fülle der leicht zu übersehenden Beziehungen zum Kosmos. Netzach kann alles sein was man alltagssprachlich mit Psyche, Seele oder Intuition meint.

Diese Erkenntnis ist der ultimative Sieg. Das ist, wenn der Mensch ins Paradies kommt, vorbei an den Kerubim, den geflügelten Wesen, die es Bewachen. So ist das Wort hinter dem gelben Punkt nahe der Mitte des Symbols (wo im Paradies der Baum des Lebens steht) „Kerubim“ את־הכרבים.

Einzelnachweise

  1. Der Wagen im Tarot
  2. Was sind Gro├čkatzen
  3. Hinayana und Mahayana Buddhismus